Forderungen der Ini Blner PD, apl. Prof. etc.

Minimalforderungen von PrivatdozentInnen, Außerplanmäßigen ProfessorInnen und HonorarprofessorInnen an Fachbereiche, Hochschulen und Landesgesetzgebung

Gefordert wird die volle Anerkennung und Behandlung als nebenberufliche HochschullehrerInnen, d.h. insbesondere:

         In den Hochschulgesetzen sollte klargestellt werden, dass PrivatdozentInnen, Außerplanmäßische ProfessorInnen und HonorarprofessorInnen (nebenberufliche) HochschullehrerInnen sind.

         Lehrveranstaltungen im Rahmen der Pflicht- und Titellehre sollten wenigstens wie bezahlte Lehraufträge honoriert werden.

         Die Mitwirkung bei Prüfungen und die Betreuung von Abschlussarbeiten sollte bezahlt werden.

         Im Zusammenhang mit Lehre und Prüfungen sollte der eigenständige Zugang (Schlüssel) zu einem Besprechungs- und Vorbereitungsraum (wie auch die Nutzung von Kopierern, Com­putern usw.) ermöglicht werden.

         Einschränkungen der Prüfungsbefugnisse bei Promotionen durch Erlass restriktiver neuer Promotionsordnungen, die u.a. die Marginalisierung der Prüfungsrechte von PrivatdozentInnen, Apl-ProfessorInnen und HonorarprofessorInnen zum Gegenstand und Ziel haben, sollten korrigiert werden, denn diese Prüfungs- und Mitwirkungsrechte bei der Rekrutierung des wissenschaftlichen Nachwuchses sind individuell durch eine lange und anspruchsvolle akademische Hochqualifizierung, die institutionell mehrfach „abgeprüft“ wurde, erworben worden und können im Hinblick auf die Mitgliedschaft in den Universitäten und das Recht der Betroffenen auf freie Lehre und Forschung (Art. 5 Abs. 3 GG) auch nebenberuflich tätigen HochschullehrerInnen nicht ohne Weiteres entzogen werden. Wenigstens sollte die Einschränkung durch Nutzung der pragmatischen Inklusionsmöglichkeiten der Ordnungen und Hochschulgesetze ausgeglichen werden.

         Unter den PrivatdozentInnen sind viele erfahrene WissenschaftlerInnen ohne adäquate Beschäftigung, weil noch immer die Politik rigider Befristungsobergrenzen, der Unterversorgung mit Professoren­stellen und der doktrinären Aufrechterhaltung des fast völligen Ausschlusses von Dauerbe­schäftigung und Karrieremöglichkeiten auf an­spruchs­vollen Mittelbaustellen, übrigens eine Besonderheit Deutschlands im internationalen Vergleich, fortgeführt wird. Demgegenüber sollen für PrivatdozentInnen wenigstens vermehrt öffentlich ausgeschriebene, fair besetzte und regulär bezahlte Gastprofessuren über mehrere Jahre geschaffen werden.

         Ferner sollten runde Tische zur Re-Reformierung der Universitäten unter Einbeziehung der Privatdozentinnen und anderen nebenberuflichen HochschullehrerInnen eingerichtet werden, auch um die stattfindende Abwicklung und „Ressourcenverschwendung“ beim Lehr- und Forschungspersonal zu beenden und hochqualifizierte, aber ungerechtfertigt aussortierte HochschullehrerInnen wieder zu inkludieren, damit auch sie beitragen können, die allgemeine Misere der deutschen Universitäten zu beheben.

Berlin, im Herbst 2013 verfaßt für die Initiative Berliner PrivatdozentInnen Sabine Berghahn, Manfred Kerner,  Elisabeth Meyer-Renschhausen, Robert Schmitt Scheubel, Ulrike Stamm et. al.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Forderungen der Ini Blner PD, Hochschulpolitik allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s