Lehrerfahrungen der PD nutzen! PD sind kein „Nachwuchs“!

Die Initiative Berliner Privatdozenten legte der Jahresversammlung des DHV eine Empfehlung vor, die sehr lebhaft und anhaltend diskutiert wurde. Die meisten Diskussions-Beiträge waren im Prinzip zustimmend. Man war sich einig, daß eine rentenorientierte Einstellung von möglichst jungen Hochschullehrern intellektuellenfeindlich ist. Ältere Hochschullehrer wissen mehr und sind in der Lehre souveräner und vergnügter, bei ihnen lernen die Studierenden daher mehr. Man war sich zudem einig, dass es nicht angeht, Privatdozenten durch die seit 2002 übliche Vokabel „Nachwuchswissenschaftler“ unsichtbar zu machen. Auch der These, dass die Umstrukturierungen infolge der Hochschulnovelle von 2002 vor allem auf Kosten der “Humanities” und damit besonders auf Kosten der weiblichen Anwärterinnen auf Professuren ging, wurde zugestimmt.

Wortlaut der Tischvorlage:

„Der DHV Landesverband Berlin fordert den DHV auf Bundesebene auf, einen Beschluss zu fassen hinsichtlich der „nebenberuflichen“ resp. freischaffenden Hochschullehrer: erstens soll die Bundesregierung Mittel bereitstellen für eine den Lebensunterhalt sichernde Bezahlung der Titellehre und zweitens sich einsetzen für die Einrichtung von mehrjährigen Gastprofessuren, die ausdrücklich für PDs ausgeschrieben werden.

Da seit dem Hochschulgesetz von 2002 die Zahl der Professuren im Bereich bestimmter Fächer (bes. Geistes- und Sozialwissenschaften, Künste resp. „Humanities“) stark zurückgegangen ist, könnten so Qualifikation und Unterrichtserfahrungen der PDs produktiv genutzt und zugleich angemessen honoriert werden.“

Der Tischvorlage wurde allerdings nicht im vollen Wortlaut zugestimmt, weil die Befürchtung geäußert wurde, dass Fakultäten dann, wenn die Titellehre bezahlt werden müsste, niemanden mehr habilitieren. Gegen dieses Argument wurde von einigen Anwesenden eingewandt, dass die Titellehre ja ausdrücklich nicht aus den laufenden Bezügen der Hochschulen bezahlt werden sollte, sondern aus einem eigenen „Topf“, der über Bundesmittel zu finanzieren wäre. Allerdings ist die Finanzierung der Universitäten derzeit noch Ländersache, auch wenn eine Änderung des entsprechenden “Kooperationsverbot” zwischen Bund und Ländern angestrebt ist.

Berlin, den 29.1.2014

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